Projekt Kindergeburtstag: planen und umsetzen

Während meines Journalistikstudiums in St. Petersburg hatte ich ein Pflichtfach, bei dem ich mich gefragt habe, wozu ich das brauche. Es hieß: Projektmanagement. Jetzt weiß ich, ich musste es lernen, um den Kindergeburtstag planen und durchführen zu können.

Schritt 1: Kindergeburtstag planen

Es ist nie zu früh, mit der Planung eines Kindergeburtstags anzufangen. Bereits im Winter bereitete unser ältester Sohn, der im Juli Geburtstag hat, die Einladungskarten vor. Die Gästeliste und das Konzept variierten – je nach wechselnden Freundschaften und Vorlieben – vom Piratengeburtstag bis zur Party in einem Indoor-Spielplatz. Unverändert blieb nur seine Erwartungshaltung: Von seinem Geburtstag erwartete er große Wunder. Also lag es an uns Eltern, diese zu vollbringen.

Für unseren bald 5jährigen Flugzeug-Fan dachten wir uns eine Überraschung aus: eine Feier am Flughafen. Allerdings nicht am Geburtstag selbst, sondern ein paar Tage später.Kindergeburtstag Regenbogenkuchen

Schritt 2: Vorbereitung

Aus Erfahrung weiß ich, dass der Vormittag im Kindergarten am Geburtstag ziemlich intensiv ist. Dort bekommt das Kind eine Krone und wird „königlich“ behandelt. Es darf sich ein paar Gäste und die Erzieherin aussuchen, mit denen im Café (so heißt der Frühstücksraum im Kindergarten) gefeiert wird. Es wird gesungen, Eis gegessen und gespielt. Was, darf das Geburtstagskind bestimmen. Ganz schön viel Aufregung und Aufmerksamkeit für den Kleinen. Also planten wir für diesen Tag sonst nichts Besonderes.

Naja, ein bisschen Vorbereitung musste doch sein. Kein Geburtstag ohne Kuchen, oder? Da er sich einen Regenbogenkuchen wünschte, wollte ich ihn natürlich nicht enttäuschen… Danach musste alles geschmückt werden. Die passenden Girlanden bastelte das Kind selbst im Kindergarten, die Luftballons mussten die Eltern aufpusten. Auch die Einladungen in Form von Papierflugzeugen (endlich die echten!) sollten gemacht werden. Nach dem das Kind voller Aufregung endlich eingeschlafen ist, sollten „nur noch“ die Geschenke verpackt und der jährliche Film geschnitten werden… Habe ich schon erwähnt, dass wir für diesen Tag eigentlich nichts Großes geplant haben?

Schritt 3: Umsetzung

Am Morgen wacht das Kind mit dem Satz auf: „Was macht ihr im Bett? Ich habe Geburtstag! Ihr sollt doch alles für mich vorbereiten!“ Keine Angst, Großer, alles ist fertig. Im Wohnzimmer packt er sein Geschenk aus und staunt: „Feiern wir am Flughafen? Am echten???“ Doch als er erfährt, dass der Ausflug erst in drei Tagen stattfindet, ist er enttäuscht… „Darf ich bitte heute nach der Kita einen Freund einladen? Oder zwei?“ Okay, du hast doch schließlich Geburtstag.

Am Nachmittag gehe ich mit drei aufgeregten Jungs, dem Baby und einem mulmigen Gefühl nach Hause. Eigentlich ist für heute keine Party geplant… Was sagte unser Projektmanagement-Dozent zum Thema Improvisation? „Die besten Projekte folgen keinem Masterplan!“Kindergeburtstag planen

Schritt 4: Evaluation

Am Ende wurde gespielt, gehüpft, getanzt, gesungen, Höhlen gebaut, Schilder gebastelt, Film geguckt, Kuchen gegessen, neues Buch gelesen… und endlich… ufff… glücklich eingeschlafen. Das Beste dabei für unseren Sohn: Seine große Flughafenfeier steht noch bevor. Meine Erkenntnis des Tages: die beste Geburtstagsparty ist die, die nicht geplant war. Fast.

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