Corona-Chronik (3): Anpassung

Ein Monat nach der Kita-Schließung hat sich eine Art „normaler Ausnahmezustand“ in unserer Familie eingestellt. 14 Stunden am Tag ist unser Home Office besetzt. Ich arbeite von 7 bis 15 Uhr, mein Mann von 13 bis 21 Uhr. Die zwei Stunden „Überschneidung“ ermöglicht uns der Mittagsschlaf des Kleinen. Timing ist alles! 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Kinderbetreuung, 8 Stunden für alles Andere: Putzen, Kochen, Einkaufen und Schlafen. Das geht… Aber wie lange noch?!

Home Office mit einem netten Arbeitkollegen

Home Office mit Kindern

Positiv ist, dass im Home Office auf einmal Dinge gehen, die früher für unmöglich gehalten wurden. Warum eigentlich habe ich mir vor Corona nicht vorstellen können, dass ich aktuelle Videoberichterstattung auch von zuhause machen kann? Unser Wissen und Können haben wir ja immer dabei – egal ob zuhause oder im Büro. Und die technischen Programme dafür kann man auch auf dem eigenen Rechner installieren. (Dabei ist es von Vorteil, wenn dein Arbeitskollege im Home Office ein IT-Spezialist ist).

Ehrlich gesagt ist es momentan die Arbeit, die mir Erholung bietet. Sich ungestört auf eine Sache konzentrieren – was für ein Luxus! Die Kinder-Schicht verlangt etwas mehr Kreativität, Multitasking und Geduld ab. In den letzten Wochen erfüllten wir unser Jahrespensum für Basteln. Dank der WhatsApp-Anleitung der Musiklehrerin haben wir eine Oboe aus Strohalmen gebastelt. Endlich fanden wir Zeit, um das Holzflugzeug zusammenzukleben, das wir vor zwei Jahren aus Minsk mitgebracht haben. Der 5-Jährige malt am liebsten überall das Corona-Männchen und hört dabei zum hundertsten Mal Bibi-Blocksberg-Geschichten.

Corona mit Kindern: Basteln was das Zeug hält

Yoga, Musik , Turnen mit Kindern – dank YouTube geht alles… außer Abschalten… Feierabend ist hier grade ein Fremdwort. Dafür gibt es jeden Tag eine Freikarte für die Achterbahn der Gefühle.

 

Der einzige Ort, der Zuflucht bietet, ist die Natur. Ab aufs Fahrrad Kinder, Mama  Pedale dreht durch! Wie machen es bloß andere Paare, die gleichzeitig arbeiten und Kinder betreuen? Und Alleinerziehende? Wir schaffen das so in dem Tempo auf jeden Fall nicht mehr lange.  Zwei Kinder mit unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen zu betreuen, nebenbei zu arbeiten und den Haushalt zu managen, das klingt leichter als es ist… Liebes Corona-Männchen, geh bitte ganz schnell weg! Hex-hex!

 

 

 

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