Mutterglück: Kinder und Karriere vereinbaren

Vor fünf Jahren bekam ich als eine der wenigen ausländischen Journalistinnen  Zutritt zu einem Atommüllbetrieb bei Moskau. Das nennt man Reporterglück. Ein paar Tage davor war ich mit der legendären Ringbahn am Baikalsee unterwegs. Das nennt man Reiseglück. Jetzt ist der Besuch bei der Krabbelgruppe mein wöchentliches Highlight. Das nennt man Mutterglück.

Kinder und Karriere – geht doch!

Kaum ein anderes Ereignis veränderte mein Leben so stark wie die Geburten meiner Kinder. Früher war ich damit beschäftigt,  innerhalb einer Stunde einen deutschen Experten an die Strippe zu kriegen, der die russischen Luftangriffe in Syrien kommentieren könnte. Jetzt bin ich tagelang mit der Frage beschäftigt, wie kriege ich einen Popel aus der Nase eines Säuglings heraus.

Meine Reiseziele sind inzwischen auch bescheidener geworden. Ein paar Wochen nach der zweiten Geburt war ein Spätkauf im Supermarkt mein persönliches Highlight. ALLEINE. Juhu!!! Autofenster runter, Musikregler hoch. Ich hasse Auto tanken, aber diesmal wollte ich nach dem Supermarkt unbedingt noch zur Tankstelle. Ich genoss jede Minute dieses „Ausflugs“ nur mit mir alleine.

Wie gut, dass das Baby inzwischen 6 Monate alt ist. Da kann man sich sogar einen vierstündigen Ausflug in die Sauna gönnen. Mit zwei Freundinnen – auch Müttern. „Wie schön!“ wiederholte eine von ihnen die ganze Zeit. „Wir sind doch erst in der Umkleide angekommen. Was ist schon schön hier?“ fragte ich. „Das tut richtig gut!“ sagte sie. Okay, sie hat drei kleine Kinder. Respekt.

Mit meiner Freundin Pauline, Gründerin von deine-korrespondentin.de

Spagat zwischen Kinder und Karriere

Neulich war eine andere Freundin – erfolgreiche Journalistin, Gründerin des Magazins „Deine Korrespondentin“ und zweifache Mutter – zu Besuch. Mit den Babies auf dem Arm räumten wir das Geschirr in der Küche auf und sprachen darüber, wie schwierig der Spagat zwischen Arbeit, Familie und Haushalt zu meistern ist. Vor dem inneren Auge hatte ich uns vor einem Kino in St. Petersburg: Frische Sommerbrise, keine Kinder, viele Träume. 15 Jahre her… „Bereust du es, Mutter geworden zu sein?“ fragte ich. „Nein, auf keinem Fall!“ sagte sie und lächelte. In diesem Moment fielen mir die grauen Haare auf ihrem Kopf auf. Mist, ich habe jetzt auch welche!
Na und? Strähnchen drüber und weiter geht’s! Wir sind schließlich Mütter.

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