Mit Baby ins Kino? Ja!

Kinderwagen-KinoMit Baby ins Kino in Bonn-Endenich

Kino mit Baby

Ich bin im Kino. Ich schaue mir einen aktuellen,  Oscar-nominierten Film an. Das ist eigentlich normal. Doch nicht ganz. Ich stehe mitten im Gang und wippe hin und her im Takt der Musik. Vor meinem Bauch schläft mein sechs Monate altes Baby in der Trage. Neben mir stehen, sitzen, stillen, wippen, wickeln andere Mütter. Es ist 11 Uhr morgens. Wir sind im Kinderwagen-Kino. Der Saal ist leicht beleuchtet. Ich bin zum ersten Mal seit mindestens einem Jahr im Kino. Das fühlt sich gut an.

Mit Baby ins Museum
Mit Baby ins Museum

Kunst mit Baby

In nehme an einer Führung in der Bundeskunsthalle in Bonn teil. In meinem rechten Ohr steckt ein Kopfhörer. Die ruhige Stimme der Kunsthistorikerin erzählt von Ernst Ludwig Kirchner und anderen Expressionisten. Wird mein Baby auch mal ein Expressionist? Er kann sehr expressiv schreien, wenn er in den Kinderwagen abgelegt wird. Gut, komm auf den Arm, sonst werden die anderen Museumsbesucher mich hassen. Oder soll ich ihn doch lieber im Wagen quengeln lassen? Schließlich heißt diese Führung „Vom Wickeltisch ins Museum“. Sie wurde speziell für junge Eltern konzepiert. Selber schuld, wenn an dem Termin ohne Baby im Museum ist.

Kaffee mit Baby

Ich bin mit meinen Freundinnen in einem schicken Hotel frühstücken. Der Kellner lächelt, als wir den dritten Milchkaffee bestellen. Es ist 10 Uhr morgens. Wir sind beim Mutter-Kind-Frühstück, Kaffee-Flaterate inklusive. Unter dem Tisch liegen auf einer Krabbeldecke unsere Babies.

Mit dem Säugling kann man heutzutage alles machen: zum Sport, in die Sauna und sogar in die Oper gehen. Ich hätte da noch eine Idee. Wie wäre es mit „Silent Disco“ mit Baby? Das sind die Parties, auf denen alle Kopfhörer tragen und tanzen. Da könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: wieder mal tanzen gehen und das Baby in den Schlaf bringen. Gibt es das schon? Bestimmt irgendwo in Berlin-Prenzlauer Berg?

Die drei K werden heutzutage neu definiert. Statt „Kinder, Küche, Kirche“ gibt es nun „Kunst, Kino, Kaffee“. Na gut, Haushalt und Karriere wollen auch noch gemanagt werden… Aber ein bisschen Normalität – raus aus dem Babyalltag! – kann sich verdammt gut anfühlen.  Wenn man für ein paar Minuten vergisst, dass man Mutter ist, merkt man die zehn Kilo vor dem Bauch nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.