Mit Baby ins Kino? Ja!

Kinderwagen-KinoMit Baby ins Kino in Bonn-Endenich

Kino mit Baby

Ich bin im Kino. Ich schaue mir einen aktuellen,  Oscar-nominierten Film an. Das ist eigentlich normal. Doch nicht ganz. Ich stehe mitten im Gang und wippe hin und her im Takt der Musik. Vor meinem Bauch schläft mein sechs Monate altes Baby in der Trage. Neben mir stehen, sitzen, stillen, wippen, wickeln andere Mütter. Es ist 11 Uhr morgens. Wir sind im Kinderwagen-Kino. Der Saal ist leicht beleuchtet. Ich bin zum ersten Mal seit mindestens einem Jahr im Kino. Das fühlt sich gut an.

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Der ganz normale Familienwahnsinn

Kennt ihr den Film “Der ganz normale Wahnsinn“? Der hat mir schon mal aus der Krise geholfen. Das war im Wochenbett nach meiner ersten Geburt. Der Schock von den Geburtsschmerzen, der Schlafmangel und der Hormonabfall trieben mich an den Rand einer Depression.  Ich verkroch mich mit dem Baby aufs Sofa, machte die Rollos runten und stellte das Handy auf lautlos. Zum Glück lief der oben erwähnte Streifen im Fernsehen. Darin spielt Sarah Jessica Parker eine „working mum“. Ich lachte lautstark, als ich sah, wie Kate das Chaos ihres Lebens zwischen Kuchenbasar, Geschäftsterminen und Kita-Läusen zu organisieren versuchte. (Seitdem würde ich jeder frisch gebackenen Mutter neben Brustwarzenkompressen und Sitzbädern ein paar leichte Komödien verschreiben.) Na warte, dachte ich mir, Milcheinschuss, Schlafentzug und hängender Bauch sind erst die Blümchen; die Beerchen kommen noch! „Der ganz normale Familienwahnsinn“ weiterlesen

Mutterglück: Kinder und Karriere vereinbaren

Vor fünf Jahren bekam ich als eine der wenigen ausländischen Journalistinnen  Zutritt zu einem Atommüllbetrieb bei Moskau. Das nennt man Reporterglück. Ein paar Tage davor war ich mit der legendären Ringbahn am Baikalsee unterwegs. Das nennt man Reiseglück. Jetzt ist der Besuch bei der Krabbelgruppe mein wöchentliches Highlight. Das nennt man Mutterglück.

Kinder und Karriere – geht doch!

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Reisen mit Kindern: schön oder schrecklich

Reisen mit Kindern ist ganz schön schrecklich. Wenn das Baby kurz vor dem Flugstart in die Hose macht. Wenn das Kleinkind beim verspäteten Abflug nörgelt. Entspannt die Zeitung lesen oder einen Film auf dem Tablett schauen? Vergiss es! Heute ist die Hochkonzentration angesagt. Im Unterschied zu früher höre ich den Flugbegleiterinnen genau zu, während sie die Sicherheitsbestimmungen runterplappern. Die Sauerstoffmaske erst sich selbst aufsetzen, dann den Kindern. Hm… Welchem von den beiden zuerst? Oder lieber dem Ehemann, damit er mithelfen kann?

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Unser Multikulti-Weihnachtsrückblick

Die Weihnachtszeit ist um. Das erste Mal haben wir mit zwei Kindern gefeiert.  In zwei Ländern: Deutschland und Belarus.  Alles gab es doppelt: Bescherung, Tannenbaum und Festessen. Die Geschenke haben Nikolaus in Bonn und sein weißrussischer Kollege Väterchen Frost in Minsk gebracht. Ganz nach dem Lieblings-Motto des Ältesten: Warum „entweder … oder“, wenn man beides haben kann.

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Zurück in die eigene Kindheit

Ein Besuch bei meinen Eltern ist wie eine Reise in die eigene Kindheit. Der Kindergarten, in den ich als Kind gegangen bin, ist immer noch in Betrieb. Doch  seine besten Zeiten sind vorbei. Der Lack an den Turnstangen draußen ist abgeplatzt. Das Geld für neue Spielutensilien fehlt. Not macht erfinderisch. Die alten Plastikflaschen werden zu Palmen und Baumstumpfe zu lustigen Ameisen verarbeitet. Ein Schneemann begrüßt die Kinder direkt hinter dem Eingangstor. Man spürt, dass die Kleinen hier liebevoll empfangen werden, auch wenn die zur Verfügung stehenden Mittel begrenzt sind. Ein Platz im Kindergarten kostet für die Eltern umgerechnet 11 Euro im Monat. Gar nicht so wenig, wenn man bedenkt, dass der Monatslohn in der Regel bei 200 Euro liegt; viele haben keine Arbeit. Die Kita hat von 7:00 bis 17:30 Uhr auf. Drei warme Malzeiten pro Tag sind inklusive. Am Ende des Monats, wenn das Einkommen aufgebraucht ist, sind das für einige Kinder die einzigen Mahlzeiten. „Zurück in die eigene Kindheit“ weiterlesen

Wie riecht Weihnachten

„Zuhause ist dort, wo es nach Glück riecht“, sagt mein Schwiegervater. Sein Besuch bei uns geht zu Ende, in ein paar Stunden fliegt er zurück nach Minsk. Bei uns riecht es momentan nach Vanille und Zimt. Die Weihnachtszeit ist wie dafür geschaffen, um mit den Kindern zusammen zu backen. Wenn draußen grau und ungemütlich ist, heißt es: „Alexa, spiel in der Weihnachtsbäckerei!“ Mehl und Zucker raus, Papas Kochschürze an.

Mit dem Backen kann man die Zeit, bis Papa vom Flughafen zurückkommt, am besten überbrücken. Das hilft auch, den Schmerz von der Trennung mit Oma und Opa zu überwinden. Und weckt die Vorfreude auf das baldige Wiedersehen in Belarus. Wenn die Schwiegereltern heute zuhause in Minsk ankommen, riecht es dort nach den frisch zubereiteten Reibekuchen von der Oma. Unser Zuhause ist jetzt hier in Deutschland. Und es riecht nach Vanille und Zimt.